Frankfurter Zwerghühner

Erzüchtungsgeschichte

Frankfurter Zwerghühner sind eine der jüngsten Zwerghuhnrassen Deutschlands, sie wurden nach ihrem Erzüchtungsort Frankfurt am Main benannt.
Begründer der Zucht war der Zahnarzt Dr. Wilhelm Klee aus der unterfränkischen Stadt Alzenau. In seiner Zucht heller (weiß-schwarzcolumbia) Zwerg-Wyandotten fiel Ende der 1970er Jahre eine Henne mit Stehkamm. Diese Kammform festigte er in seiner Zucht und unternahm den Versuch "einfachkämmige Zwerg-Wyandotten" durch den Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) anerkennen zu lassen. Letztlich scheiterte er damit jedoch am damaligen Zuchtausschuss.
Dennoch wollte er seine Zucht nicht aufgeben und darum schuf er mit einer Kreuzung aus seinen "einfachkämmigen Zwerg-Wyandotten" und hellen Zwerg-Brahma ein Zwerghuhn mit deutlich sichtbaren Unterschieden zu den Ausgangsrassen. Nach sechs bis acht Jahren der Selektion waren die Merkmale seiner neuen Rasse schließlich gefestigt. Für die neu ins Leben gerufene Rasse wurde aufgrund der Empfehlung des Bundeszuchtausschusses (BZA), eine örtliche oder regionale Bezeichnung zu finden, der Name "Frankfurter Zwerghuhn" ausgewählt. Dr. Klee wohnte während der Erzüchtungszeit in Frankfurt am Main. 1994 bis 1997 wurden die Frankfurter Zwerghühner in der Abteilung Neuzüchtungen vorgestellt, ehe sie anerkannt wurden. 2003 gab Dr. Klee seine Zucht auf und übergab seine letzten Tiere an seinen Mitarbeiter Rolf Bautzmann. Schon bald machte sich die enge Blutführung bemerkbar, sodass eine Fremdrasse eingekreuzt werden musste. Von Rolf Bautzmann und seinem Vereinskollegen Bernhard Bartmann wurden dafür Zwerg-Sundheimer verwendet.
2006 zeigte Andreas Faust aus Rahden für längere Zeit die letzten 1,3 Frankfurter Zwerghühner auf einer Großschau (25. EE-Europaschau in Leipzig). Es dauerte nämlich bis ins Jahr 2010, ehe Bernhard Bartmann auf der Nationalen Bundessiergerschau in Frankfurt am Main mit feinen Frankfurtern überraschte! Man durfte sich schon fragen, wo werden vielleicht noch Frankfurter Zwerghühner ausgestellt, wenn nicht in der "Heimatstadt" Frankfurt am Main? Von diesem Zeitpunkt an ging und geht es wieder bergauf mit den hessischen Zwerghühnern. 2011 wurden zur LV-Schau in Alsfeld 9 Tiere von Bernhard Bartmann und Rudolf Pfaff ausgestellt. 2012 veranstaltete der LV Hessen-Nassau, der die Frankfurter Zwerghühner im Wappen trägt, eine Werbeschau für seine Heimatrassen. Zu diesem Anlass meldeten Bernhard Bartmann, Rudolf Pfaff und Klaus Klebach sage und schreibe 19 Frankfurter Zwerghühner.

Bleibt zu hoffen, dass sich noch weitere Züchter/-innen für diese Rasse begeistern können!

 


Dr. Wilhelm Klee


Berichte zur Rasse finden Sie in folgenden Ausgaben der Geflügelzeitung:
  • 7/2001 (Autor: F. Schöne)
  • 18/2012 (Autor: M. Kruppert)
Ein Rasse-Artikel ist nun auch unter folgender Adresse zu finden:
http://www.aviculture-europe.nl/nummers/13E05A05.pdf